Prof. Dr. Klaus Gärtner - Das Jahrhundertzitat
Aus Tierversuchsgegner
Prof. Dr. Klaus Gärtner, Tierexperimentator an der Medizinischen Hochschule Hannover für Tierversuchsgegner in aller Welt
»Alle an Tieren experimentell gewonnenen Ergebnisse haben nur für die jeweilige Art Aussagekraft und in exakter Auslegung sogar nur für das jeweilige Individuum, an dem experimentiert wurde. Es ist also falsch, aus den an Ratten studierten Sachverhalten einfach auf die Bedingungen von Menschen, Hunden oder Wiederkäuern zu schließen.«
Gärtner - Sprecher der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Leiter des Instituts für Versuchstierkunde sowie der Zentralen Tierlaboratorien an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) - hat also schon vor Jahren präzise formuliert, warum Tierexperimente für die Beantwortung humanmedizinischer Fragen wertlos sein müssen. Weshalb er und zahlreiche seiner Kollegen aus der tierexperimentellen Forschung wider besseres Wissen an Tierversuchen weiterhin festhalten, wird später noch erläutert. Zunächst soll die Richtigkeit von Gärtners Aussage durch die sog. Faktorenanalyse bestätigt werden. Wichtigste Vorbedingung für die wissenschaftliche Auswertbarkeit und die Grundvoraussetzung für die Gültigkeits- und Zuverlässigkeitsprüfung ist nämlich folgendes:
Die Gruppe, an der experimentelle Verfahren bzw. Tests entwickelt wurden, muß der Gruppe entsprechen, auf die diese später Anwendung finden sollen. Sie muß eine repräsentative, gleichartige Gruppe sein, sonst sind die erhaltenen Ergebnisse unbrauchbar.
In beiden Fällen wird die Methode Tierversuch ad absurdum geführt mit der Feststellung, daß Tierexperimente für die Humanmedizin nicht repräsentativ sind und die Erfordernisse für Wissenschaftlichkeit nicht erfüllen. Die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis ist offensichtlich groß.
Die Widersprüchlichkeit und die Ungereimtheiten der gesamten Versuchstierforschung, die vorgibt, Tierversuche seien unabdingbar zum Erkennen, Behandeln und Heilen menschlicher Krankheiten, werden klar, wenn man weiß, daß sie auf einer Lüge aufgebaut ist. Ihre Vertreter müssen daher ständig bemüht sein, die wahren Tatbestände zu vertuschen, um ihrer Betätigung den Anschein seriöser Berufsausübung verleihen zu können. Die Versuchstierkunde entfernt sich in geradezu grotesker Weise immer mehr von der menschlichen Erkrankungsrealität - vermutlich, weil ihr die Wirklichkeit zu komplex und damit zu kompliziert ist und Intelligenz bzw. Einfühlungsvermögen in die Leiden zumal menschlicher Patienten nicht unbedingt die Stärke ihrer Verfechter zu sein scheint. So versucht sie nun mit Gewalt, störende Eigenschaften bei den Versuchstieren zu beseitigen, indem sie die Tiere z. B. keimfrei und genetisch einheitlich aufzieht bzw. Inzuchtstämme produziert.
»Eines der Probleme ist die notwendige Vergleichbarkeit. Selbst wenn Phasenidentität (und gleiches Gewicht) zu Versuchsbeginn gegeben ist, kann nicht davon ausgegangen werden, daß sich zwei gleichalte Einzeltiere nach längerer Versuchszeit noch in einer gleichen Entwicklungsphase bei gleichem Gewicht befinden. Auch die Statistik kann dieses Problem nicht lösen, weil aus ihr keine Gründe für Abweichungen abgeleitet werden können. Weiter ist auch die Identität des Gesundheitszustandes bei Versuchstieren kaum zuverlässig festzustellen. Und doch können bereits relativ geringfügige Unterschiede im Gesundheitszustand erheblichen Abweichungen im Metabolismus entsprechen. Hinzu kommen noch die Erkenntnisse des Biorhythmus. In Abhängigkeit von zirkadianen und anderen Rhythmen können quantitative Unterschiede im Metabolismus um Fakten bis zu 100 auftreten!«
Dr. med. Gerhard Kienle
Mit körperlich und seelisch degenerierten Tieren, die ihr ganz spezifisches Krankheitsspektrum entwickelt haben, wie z.B. haltungsbedingte Darmschäden, Degenerationserscheinungen am lymphatischen System, Inzuchtdepressionen und noch nicht einmal Modelle für ihre eigenen, frei lebenden Artgenossen sind, will man nun allen Ernstes menschlichen Krankheiten zuleibe rücken, deren Ursachen vielfältig und mit Sicherheit ganz woanders zu suchen sind als bei spezifiziert pathogenfreien oder gnotobiotischen Tieren, deren kurzes, qualvolles Dasein sich in winzigen Käfigen, weiß gekachelten Räumen, unter Kunstlicht und hinter Desinfektionsschleusen abspielt. Bei so viel Betriebsblindheit ist es nicht verwunderlich, daß Arnold Spiegel - Mitbegründer der Versuchtierkunde - euphorisch von der »Bedeutung der Fruchtfliege für die Krebsbekämpfung« spricht.
Dieser Forschungszweig muß als eine zum reinen Selbstzweck entartete Beschäftigungstherapie für Labor-Psychopathen bezeichnet werden, denen es bisher gelungen ist, einer immer noch weitgehend ahnungslosen und wissenschaftshörigen Bevölkerung das Märchen von den Menschenleben rettenden Tierversuchen weiszumachen. Eine Studie gibt Aufschluß über den eigentlichen Grund, weshalb Tierexperimente im Hochschulbereich gemacht werden. Danach dienen 65% aller an den Universitäten durchgeführten Tierversuche ausschließlich Dissertationen bzw. Habilitationen. Unbarmherzig wird nach dem Motto »publish or perish« bzw. »wer schreibt, der bleibt« auf dem Rücken wehrloser Tiere mit unzähligen Publikationen Profilierung betrieben.
»Die Versuchstier-Einrichtungen innerhalb der Hochschulen erweisen sich geradezu als Legebatterien für akademische Titel. Wir können eine Fülle von wissenschaftlichen Veröffentlichungen nennen - auch solche zur Erlangung des Professorentitels, in denen Tierversuche beschrieben werden, die mit einem Minimum an Denkarbeit und oftmals beispielloser Grausamkeit durchgeführt wurden. Schon die Versuchsanordnung war oftmals so perfide, daß dahinter ein Gemütskrüppel vermutet werden mußte.«
Dr. med. Margot Stiller und Dr. med. Herbert Stiller
Um die Tarnung perfekt zu machen, engagieren sich viele Versuchstierforscher - sozusagen zweckgebunden - im »Tierschutz«. So auch Gärtner: Als Tierschutzbeauftragter der MHH wird unter seiner »Obhut« Tieren das Rückgrat gebrochen, werden Hunde stranguliert oder Beagle-Welpen mit Rotlaufbakterien infiziert, bis sie qualvoll eingehen. Trotz alledem konnte man in der FAZ vom 17. 3. 1984 lesen:
»Für einen Tierfreund wie Gärtner, der zu Hause selbst einen Hund, Meerschweinchen und Goldhamster hält, bedeutet ein Tierversuch stets ein Ringen mit dem eigenen Gewissen. Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist ihm daher auch ein wichtiges wissenschaftliches Arbeitsgebiet.«
Die Schizophrenie der tierexperimentellen Forschung findet also nicht nur Ausdruck in ihren wertlosen Ergebnissen, sondern ebenfalls in der zwiespältigen »ethischen« Position der Vivisezierer, die von Du-Evidenz sprechen, aber gleichzeitig empfindende Tiere ans Messer liefern. Eigene Haustiere dürften lediglich eine Alibifunktion erfüllen.
Weder aus methodenkritischer Sicht, noch aus ethischen Überlegung kann die Behauptung, Tierversuche seien unverzichtbar, logisch aufrechterhalten werden.
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