Politische folter
Aus Tierversuchsgegner
Berkant Haydin zeigt: Tierversuche sind vergleichbar mit politischer Folter
Berkant Haydin zeigt die strukturelle Ähnlichkeit von Tierversuchen und politischer Folter.
Tierversuche sind absolut vergleichbar mit der politischen Folter in Polizeistaaten und Diktaturen:
- Zweck und Legitimierung:
In beiden Fällen dienen die Folterungen angeblich einem »höheren Ziel«; dies mache diese Handlungen moralisch vertretbar und sogar »notwendig«, so die Verfechter beider Spielarten der Folter. Und der vorgegebene Nutzen?
- Bei politischer Folter der von Polizei oder Militär erhoffte Nutzen in Form von Informationen oder erzwungenen Geständnissen. Dies legitimiert nahezu jedes Verbrechen an wehrlosen Gefangenen
- Bei Tierversuchen der äußerst zweifelhafte medizinische Nutzen für die Forschung und der kommerzielle Nutzen zugunsten der Auftraggeber aus Pharmaindustrie, staatlich subventionierter Forschung und Kosmetikbranche
- Methodik und Ausführung:
In beiden Fällen bedienen sich die Folterknechte ganz spezieller Methoden, denen keinerlei Grenzen gesetzt sind:
- Bei politischer Folter ist der Tod des Gefolterten häufig schon im voraus eingeplant. Viele der praktizierten Methoden haben bei längerer Anwendung den Tod der gefolterten Person zur Folge. Die meisten politischen Gefangenen, die wie durch ein Wunder überlebten, haben - nicht anders als das wehrlose Labortier - ein leidvolles, von Entbehrungen aller Art geprägtes Leben hinter sich.
- Bei Tierversuchen wird in in den meisten Fällen der Tod des gemarterten Tieres billigend in Kauf genommen. Bekanntlich haben viele Tierversuche den Tod des Tieres sogar unweigerlich zur Folge. Kaum anders als bei der politischen Folter könnten die an Skrupellosigkeit und Grausamkeit nicht mehr zu überbietenden Experimente an unseren lebenden Mitgeschöpfen ebensogut der Phantasie eines Horrorbuchautors oder Splatterfilmregisseurs entsprungen sein.
- Nach dem Tode des gefolterten Lebens:
In beiden Fällen werden die Ergebnisse ohne jede Skrupel ausgewertet und der vermeintliche Erfolg mit Stolz präsentiert:
- Bei politischer Folter erfährt die Öffentlichkeit nur durch die wenigen Überlebenden, was in den Folterkammern der Ermittlungsbehörden tatsächlich vor sich geht. Eine unter Mitarbeit der Folterer gedrehte Fernsehdokumentation über den Erfolg der Folter wäre ebensowenig denkbar wie eine in Bildern festgehaltene, im Fernsehen gesendete Doku über den Alltag eines gewöhnlichen Tierversuchslabors, in dem Tag für Tag Lebewesen brutalst umgebracht werden. Den Vorgesetzten aus den Reihen der Polizei und des Militärs sowie den Medien, die die Arbeit der Behörden mit großem Interesse beobachten, wird am Ende jedoch nur der vermeintliche Erfolg gegen die Regimekritiker präsentiert.
- Bei Tierversuchen wird die Tatsache des Quälens und Tötens von Tieren für Experimente, die - wie man inzwischen weiß - nicht auf Anatomie und Stoffwechsel des Menschen übertragbar sind, völlig ausgeblendet und vor den Augen der Öffentlichkeit versteckt, da der Mensch zu genaue Details über den wahren Ablauf von Tierversuchen als unerträglich und abscheulich empfände. Die Ergebnisse der Versuche werden für die Fachwelt und die Auftraggeber aus der Industrie zurechtgebogen, und dabei werden allzu oft haarsträubende Querverbindungen zu körperlichen Abläufen des menschlichen Organismus hergestellt, die in keiner Weise als wissenschaftlich zu bezeichnen sind. Eine Lobby zum Schutze der Tiere vor diesem unwürdigen, moralisch verwerflichen Verbrechen »an der Menschlichkeit« sucht man vergebens. Stattdessen werden die Folterforscher sogar mit Auszeichnungen oder Würdigungen in ihren Fachzeitschriften belohnt. Den in Labors gezüchteten und ein Leben lang eingesperrt lebenden Tieren hingegen weint nach ihrem jämmlichen Tod erst recht niemand eine Träne nach.
Wenn wir die erstaunlichen Ähnlichkeiten zwischen diesen beiden Arten der Folter erkannt haben, drängen sich uns zwangsläufig die folgenden Fragen auf:
- Dürfen wir zulassen, daß in einer Welt, in der die politische Folter allgemein als menschenverachtend, unzivilisiert und barbarisch geächtet wird, unsere Tiere auf die gleiche Weise mißhandelt und ermordet werden? Wo bleibt die Verantwortung des Menschen für das Wohlergehen seiner Geschwister und Freunde aus der Tierwelt?
- Wollen wir in einer Welt leben, in der die systematische, wissenschaftlich unhaltbare und ethisch zutiefst verabscheuenswerte Tötung wehrloser Lebewesen vom Staat geduldet, ja sogar »zum Wohle der Menschheit« gefördert wird?
- Wie können wir als Menschen, die Tag für Tag nicht nur sich gegenseitig, sondern auch noch den wehrlosen Mitbewohnern der Erde und unserer natürlichen Umwelt Schaden zufügen, weiterhin darauf hoffen, daß das Leben bestimmt gut zu uns sein werde? Und wie lange wollen wir denn noch die vielen deutlichen Warnungen der Natur an die Menschheit ignorieren? Oder wollen wir lieber so lange weitermachen, bis alles zu spät ist?
- Wann werden die Täter unter uns endlich begreifen, daß jedes Leid, das sie irgendeinem anderen Wesen zufügen - egal ob den Menschen, den Tieren oder den Pflanzen unseres einzigen Planeten -, früher oder später mit Sicherheit auf sie selbst zurückfällt?
Schlußgedanken
Es ist nie zu spät, die Dinge zu ändern. Jeder von uns kann zu einer Verbesserung des Lebens auf dieser von allen gemeinsam bewohnten Erde beitragen. Dazu bedarf es eigentlich nur einer inneren Einstellung, die sich auf ein Leben in Harmonie mit der Natur und allen anderen Lebewesen einschließlich der Mitmenschen konzentriert. Alles andere fügt sich dann ganz automatisch. Unser Ziel sollte sein, das natürliche Gleichgewicht, das sich im fiktiven Falle der Abwesenheit des Menschen auf der Erde einpendeln würde, Schritt für Schritt wiederherzustellen und danach auf Dauer aufrechtzuerhalten.
Dazu müssen wir aber von dem Irrtum loskommen, daß das, was jeder einzelne von uns denkt und tut, sich ja gar nicht auf den Rest der Welt auswirke. Jeder einzelne von uns erlebt Tag für Tag, welche erstaunlichen (und manchmal positiven, manchmal negativen) Resultate wir mit unseren Gedanken und Handlungen erzielen können, und wie zielsicher alles, was wir getan haben, in irgendeiner Form und zu irgendeinem Zeitpunkt auf uns zurückzukommen scheint.
Mein Vorschlag: Drehen wir den Spieß doch einfach herum und richten unsere Konzentration ab sofort möglichst nur noch auf Frieden und Harmonie und darauf, uns wie natürliche Wesen zu verhalten. Beginnen wir doch einmal testweise damit, uns - so oft wir können - so zu verhalten wie ein Lebewesen, das intuitiv danach strebt, in Harmonie mit seiner Umwelt zu leben, d.h. wie ein Wesen, das gar nicht anders kann und auch gar nicht anders möchte, als gut zu sich selbst und gut zu allen anderen Lebewesen zu sein.
Die intuitive Weisheit der Tiere und Pflanzen, dank derer sie mit Mutter Natur stets in Einklang leben, ist offensichtlich eine jener Fähigkeiten, die sie den meisten von uns Menschen voraus haben. Wenn genug Menschen sich diese Dinge endlich bewußt machen und aufhören zu verdrängen, dann wird sich das Blatt sofort zum Guten hin wenden. Es ist wohl unter anderem auch die Fähigkeit zur Hoffnung, die uns unsere vielgerühmte Menschlichkeit verleiht. Und die Hoffnung stirbt - wie wir wissen - als letztes.
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Berkant Haydin ist Autor der Internetseite www.joseph-marx.org