Der Tierversuchs-Ideologe Prof. Dr. med. Wolf Singer

Aus Tierversuchsgegner

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Prof. Dr. med. Wolf Singer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung, Neurophysiologische Abteilung, Frankfurt, ist zu danken, daß er in einem seitenlangen Brief die gesamte Ideologie preisgab, die hinter den Affenversuchen steckt.


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Hans-Joachim Ehlers (*7.11.1929 †30.06.2002)

Wir haben dem Direktor des Max Planck Instituts für Hirnforschung, Neurophysiologische Abteilung, in Frankfurt, Professor Dr. med. W. Singer, dafür zu danken, daß er in einem seitenlangen Brief an Roswitha Taenzler die gesamte Ideologie preisgab, hinter der sich die Tierquäler wissenschaftlich verschanzen. Das gibt EMJ die Möglichkeit, diese, zum Teil abenteuerlichen Rechtfertigungversuche, zu beantworten. Zugunsten von Professor Singer gehen wir davon aus, daß er diesen Brief geschrieben hat, um sein eigenes Gewissen zu beruhigen. Damit uns nicht der Vorwurf gemacht werden kann, wir würden die Sätze aus dem Zusammenhang reißen, bringen wir jeweils einen Absatz aus der Singerschen Epistel und fügen dann unseren Kommentar an.

Zuvor noch ein Wort zum Begriff Ideologie. Darunter versteht man im allgemeinen eine weltanschauliche Konzeption, in der Ideen dazu dienen, politische und wirtschaftliche Ziele zu erreichen. Insofern ist Professor Singer ein echter Ideologe, denn er versucht, die Tierversuche politisch und wirtschaftlich zu rechtfertigen. Die Ideologie-Kritik unsererseits dient nun dazu aufzuzeigen, daß die (in diesem Fall die Singer-) Ideologie rein materiell bedingt ist und alle ethischen Verrenkungen nur ein Ziel haben, zu verschleiern, daß es in Wirklichkeit darum geht, Profit und Macht zu maximieren.

Der erste Absatz seines Schreibens vom 16. Juli 1993 bedarf keines Kommentars, denn in der Auffassung, daß es keine endgültige Wahrheit gibt, und daß man versuchen soll, den Standpunkt des anderen zu verstehen und alle verfügbaren Fakten zur Kenntnis zu nehmen, gibt es keine unterschiedlichen Auffassungen. Doch schon beim nächsten Absatz gibt es heftige Unterschiede. Professor Singer schreibt:

»Lassen Sie mich zunächst einige allgemeine Anmerkungen zu Tierversuchen machen, wobei ich mich hier auf die Grundlagenforschung beschränken möchte, da ich diese selbst zu vertreten habe und mich in diesem Bereich auch besonders gut auskenne. Zunächst einige Zahlen: Nachdem seit geraumer Zeit alle Tierversuche genehmigungs- und anzeigepflichtig sind, lassen sich diese statistisch sehr genau erfassen. Diese Auswertung hat ergeben, daß in der Bundesrepublik der Anteil der Tiere, die für Belange der Grundlagenforschung getötet werden, nur 0,03% der Gesamtzahl der Tiere ausmacht, die für die Bedürfnisse der Menschen geopfert werden. Hierbei wurden nur die Tiere miteinbezogen, die für Nahrungs- und Materialgewinnung getötet werden. Nicht erfaßt ist hierbei die riesige Zahl von Tieren, die als Schädlinge auf oft recht qualvolle Weise vernichtet werden, dem Verkehr zum Opfer fallen, in Tierasylen eingeschläfert werden, oder unbeabsichtigt beim Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln getötet werden. Nun sind solche Zahlenspiele wenig hilfreich, wenn es um ethische Abwägungen geht, da ein Unrecht nicht durch ein größeres maskiert werden kann.«

Das sind unserer Meinung nach absolut unzulässige Feststellungen, die u.a. die materielle Denkweise und die Unsicherheit des Schreibers offenbaren. Mit dem gleichen Argument kann ich die Millionen Juden, die von der Nazi-Ideologie vernichtet wurden, mit der Gesamtzahl der Erdbevölkerung hochrechen und so tun, als verstünde ich die ganze Aufregung nicht. Völlig abwegig und daher ebenso unzulässig ist das Einbeziehen von Tieren, die verunglücken oder eingeschläfert werden, im ersten Fall geschieht das nicht vorsätzlich und im zweiten Fall dient es dazu, Qualen zu beenden.

Daß der Herr Professor ein unglaublicher Zyniker ist, zeigt sein Versuch, Tiere, die durch chemische Mittel vernichtet werden und dabei Qualen erleiden, als Rechtfertigung für Tierversuche anzuführen. Wer hat denn die Tierversuche, wie man am sichersten sogenannte Schädlinge vernichtet, durchgeführt? Sogenannte Wissenschaftler von der ideologischen Ausrichtung eines Singer. Sie haben im Auftrag der chemischen Industrie und zu deren Profit-Maximierung (und zum eigenen Gewinnstreben) ein Nervengift nach dem anderen hergestellt, um Klein-Tiere zu vernichten. Gäbe es das Teufelszeug nicht, würde es auch nicht eingesetzt. Jetzt , nachdem Singers Kollegen die Umwelt weitgehend mit hochgiftigen Mitteln verseucht haben und tausende von Arten inzwischen ganz ausgestorben sind, jetzt geht ein Professor Singer her und sagt: Kleintiere werden ja auch qualvoll vernichtet, warum also seid ihr gegen Tierversuche? Dummdreister geht es nicht. Diese Argumentation zeigt auch eine gewisse Arroganz, denn sie hält die Menschen einfach für blöd.

Noch stärker vergaloppiert sich der Gute beim folgenden Absatz, er schreibt:

»Es ist deshalb notwendig zu untersuchen, welcher Schaden und welches Leid Tieren in der Grundlagenforschung zugefügt wird. Tatsache ist, daß Tiere vorsätzlich getötet werden, um Erkenntnis über biologische Vorgänge in lebenden Organismen zu gewinnen. Die Hoffnung und Annahme dabei ist, daß diese Erkenntnis dazu dienen wird, die Ursachen von Krankheiten von Tier und Mensch besser zu verstehen und wirksame Heilverfahren zu entwickeln. Darüber hinaus erhofft man sich Erkenntnisse über biologische Abläufe, die helfen sollen, unsere fortwährenden Eingriffe in die Natur so zu gestalten, daß diese nicht unvorhergesehene Schäden anrichten, sondern insgesamt dazu dienen, Leben auf diesem Planeten zu erhalten. Um dies zu erreichen, müssen wir versuchen zu verstehen, wie die Lebensabläufe von Menschen, Tieren und Pflanzen ineinandergreifen.«

Ein Wissenschaftler, der Tiere töten muß, um die biologischen Zusammenhänge zu studieren, ist wie einer, der das Licht eliminiert, um sehen zu lernen. Auch, um die Ursache von Krankheiten festzustellen, benötigt man keine Tierquälerei, denn Krankheiten des Menschen entstehen in seiner Seele. Deshalb kann ich sie nicht besser verstehen lernen, wenn ich gesunde Tiere mit Mitteln, mit denen das Tier in der Natur nie in Berührung kommt, oder mit sadistischen Eingriffen, denen die Tiere in der Natur sonst nie unterliegen, bis zum elenden Tod quäle. Hier scheiden sich eben die Geister. Vor allem bei den Ursachen der Krankheit.

Die Singers forschen nach monokausalen chemischen Reaktiönchen, in Blut und/oder Gewebe, bzw. in deren Zellen und sind wahnsinnig stolz, wenn sie herausgefunden haben, daß die Zellmoleküle X mit der chemisch-synthetischen Substanz Y reagieren. Über dieses Detail, wenn sie es denn gefunden haben, das im Vergleich zum komplexen Lebensvorgang einer einzigen Sekunde des Tieres mehr als lächerlich ist, sind sie dann außer sich vor Freude. Nicht weil, wie der Herr Professor hier unerträglich heuchlerisch behauptet, man dann weniger in die Natur-abläufe einzugreifen braucht, sondern weil der Forscher mit dieser monokausalen Reaktion einem Chemiekonzern zum Patent verhelfen kann (unter persönlicher Profit-Beteiligung versteht sich). Denn aus dem chemischen Mittelchen, das gefunden wurde, wird ganz schnell ein Medikament gebastelt und dieses Medikament wird ganz schnell ganz breit eingesetzt, damit der Profit gemacht ist, bevor die Nebenwirkungen allzu bekannt werden. Gibt es dann die ersten Toten, sagen Pharma-Industrie und die Singers: »Aber, es ist doch bekannt, daß Tierversuche nicht auf den Menschen übertragen werden können.« (Siehe dazu auch »Die Pharma-Industrie, die Ärzteschaft und die Tierversuche« in dieser Ausgabe).

Von einer Chemie- und Pharma-Industrie zu behaupten, sie diene dazu, »Leben auf dem Planeten zu erhalten«, dazu gehört nach Sandoz, Bophal, Seveso, Contergan schon sehr viel Unverfrorenheit. Denn der Herr Professor dürfte die ganzen Tierquälereien kaum auf eigene Rechnung veranstalten. Auftraggeber für Tierquälereien sind immer die chemische und die Pharma-Industrie.

Singers werden außerdem nie begreifen, »wie die Lebensabläufe von Menschen, Tieren und Pflanzen ineinandergreifen«, denn ihr Wissenschaftsansatz besteht darin, das Zelluloid einer Filmrolle zu zerschneiden, um den Inhalt des Films kennenzulernen.

Nicht, daß wir aus Prof. Singer einen Tierversuchsgegner machen wollen, da könnte man genausogut versuchen, aus einem General einen Pazifisten zu machen. Uns geht es darum, bei dieser Gelegenheit erneut deutlich zu machen, daß es sich bei den Singers, die sich gern wissenschaftlich gebärden, um Leute handelt, die bis heute die Zusammenhänge des Lebens nicht begriffen haben (und nie begreifen werden). Sie sind Mechanisten, Klempnern, Installateuren, bestenfalls Maschinenbauern vergleichbar, die an einem Hebel ziehen, dessen Bedeutung sie nur zur Hälfte kennen und die dann schauen müssen, was passiert, wenn man diesen Hebel zieht, verbiegt, entfernt, etc. Ganz besonders schlimm wird es, wenn diese Mechanisten mit ihrem verengten Horizont das Hirn untersuchen. Als ob ein Frettchen versucht, Hard- und Software eines Computers zu begreifen, indem es die Kabel zerbeißt. Hier weitere Passagen des Briefes von Professor Singer an Roswitha Taenzler:

Eine wichtige Frage ist ferner, inwieweit den Versuchstieren zusätzlich zur vorzeitigen Beendigung ihres Lebens Schmerzen oder anderes Leid zugefügt werden. Hier wiederum einige Fakten: In der Grundlagenforschung beschränkt sich die überwiegende Mehrheit der Tierversuche darauf, daß die Tiere eingeschläfert werden, um Organe zu entnehmen, die dann weiter untersucht werden. Dort, wo es erforderlich ist, Vorgänge in lebenden, intakten Organen zu untersuchen und dies mit schmerzhaften operativen Eingriffen verbunden ist, werden die Tiere während des gesamten Versuchs in Vollnarkose gehalten, wobei genau die gleichen Methoden Anwendung finden wie bei chirurgischen Eingriffen beim Menschen. Der einzige Unterschied ist, daß die Tiere nach Beendigung des Experiments durch Vertiefung der Narkose getötet werden. Die Belastung der Tiere beschränkt sich also auch hier auf die Einleitung der Narkose, eine einmalige intramuskuläre Injektion, die von den Tieren in der Regel nicht bemerkt wird. Zusammengenommen dürften diese Versuche mehr als 95% aller Tierversuche in der Grundlagenforschung ausmachen.«

Es ist schon ein starkes Stück, so zu tun als beständen Tierversuche lediglich darin, Tiere einzuschläfern, »um Organe zu entnehmen«. Daß in der Regel diese Organe vorher vergiftet oder sonstwie »wissenschaftlich« verunstaltet wurden, davon ist nicht die Rede. Daß sie vorher mit Medikamenten gequält, ausgehungert, ausgedürstet oder sonstwie mißhandelt wurden, wird verschwiegen. Auch ist es schlicht gelogen zu behaupten, 95% der Tierversuche würden unter Narkose durchgeführt. Wer die Schreie in Todesangst der gequälten, unschuldigen Tiere während der »wissenschaftlichen« Folter durch die Singers je gehört hat, dem läuft die Galle bei diesen scheinheiligen Aussagen über. Der Hauptfehler der Singers ist, andere Menschen grundsätzlich für dumm und unwissend zu halten.

Genauso könnte der Boß eines Foltergefängnisses sagen: die Gefangenen wurden bloß mit Plättchen berührt (Beispiel: Elektroschock) oder mit Holzstäben massiert (Beispiel: mit Stöcken halb totgeprügelt).

Und dann kommt er zu seinem Gebiet, der Hirnforschung:

»Dann gibt es Versuche, die am wachen Tier durchgeführt werden müssen, um Funktionen zu untersuchen, die nur bei vollem Bewußtsein erhalten sind. Dies gilt zum Beispiel in der Hirnforschung, für die Analyse von Sinnesleistungen und motorischen Funktionen. Hierbei wird ausgenutzt, daß das Gehirn schmerzunempfindlich ist. Es werden deshalb zur Vorbereitung dieser Versuche in Vollnarkose Vorrichtungen implantiert, die später das schmerzfreie Ableiten von Hirnaktivität ermöglichen. Die Implantationstechnik ähnelt der bei der Implantation von Herzschrittmachern oder künstlichen Gelenken. Die Implantate werden am Knochen fixiert und heilen ein. Das Vorgehen bei diesen Operationen ist identisch dem in der medizinischen Chirurgie. Entsprechend sorgfältig erfolgt die postoperative Pflege. Die Belastung der Tiere ist dabei, da es sich lediglich um Eingriffe am Knochen und nicht an Weichteilen handelt, in der Regel geringer als bei Kastrationen und Sterilisationen von Haustieren, zumal letztere zusätzlich zu Störungen im Hormonhaushalt führen. Während der Versuche selbst werden den Tieren weder Schmerzen noch andere Belastungen zugemutet. Die Tiere sind weder sediert noch sonst pharmakologisch behandelt. Sie erlernen das Unterscheiden von Mustern, die ihnen auf einem Fernsehschirm angeboten werden, und signalisieren, wenn sie ein Muster erkannt haben, durch Druck auf einen Hebel, welches das erkannte Muster war. Für richtige Entscheidungen werden sie mit etwas belohnt, das sie gerne mögen, Katzen mit Fischpastete oder ähnlichem, Affen in der Regel mit Fruchtsaft. Da es für die erfolgreiche Durchführung solcher Untersuchungen erforderlich ist, daß die Tiere mitarbeiten, muß von seiten der Experimentatoren garantiert werden, daß sie weder unter Streß stehen, noch Angst haben, noch Schmerzen empfinden oder sich verletzen können, denn all dies würde ausschließen, daß sich die Tiere auf ihre Aufgabe konzentrieren und mitarbeiten. Der beste Beweis dafür, daß die Tiere diese Versuche nicht als unangenehm empfinden, ist, daß zum Beispiel die Affen freiwillig in den Stuhl klettern, in dem sie während des Experimentes sitzen. Oft wird behauptet, die Tiere unterzögen sich dieser Prozedur nur, weil sie hungrig oder durstig gehalten werden. Die trifft jedoch nicht zu. Die Tiere haben an experimentfreien Tagen freien Zugang zu ihrer normalen Nahrung. An Untersuchungstagen wird genau gemessen, wieviel Flüssigkeit beziehungsweise Futter sie zu sich nehmen. Wenn dies nicht ausreicht, was am Anfang der Lernphase vorkommt, wenn die Tiere noch nicht herausgefunden haben, wie sie sich verhalten sollen, wird ihnen nach Beendigung der Untersuchung ebenfalls freier Zugang zum Futter gewährt. Regelmäßige Gewichtskontrollen stellen sicher, daß die Tiere sich normal ernähren. Nach unserem Dafürhalten erfüllen diese Untersuchungen an wachen Tieren, die in der Öffentlichkeit am meisten geächtet werden, die Forderungen nach schonendem Umgang mit Versuchstieren, und insbesondere nach einer Verminderung der für Versuche geopferten Tiere, am besten. Die Versuchsanordnung schließt aus, daß die Tiere bei den Untersuchungen Schaden nehmen, und die Art des Vorgehens macht es möglich, mit einem einzigen Tier mehrere Jahre hindurch zu arbeiten. Auf diese Weise können pro Tier wesentlich mehr Erkenntnisse gewonnen werden als dies in Versuchen möglich wäre, die in Vollnarkose durchgeführt werden und mit dem Tod des Tieres enden.«

Wieder muß man sich fragen, für wie dämlich dieser Professor eigentlich die Menschen hält. Das, was er hier beschreibt, kann jeder Zirkusdompteur besser, nämlich einem Tier irgendein Kunststückchen beibringen, u.a. durch Belohnung, wenn es einen Befehl ausgeführt hat. Nur, daß der Dompteur vorher keine Elektroden in die Tiere einpflanzen muß, weil er die Sprache der Tiere verstehen lernt.

Was tatsächlich bei den Versuchen »im wachen Zustand« mit den Tieren passiert, können nur Menschen ausführen, die einen Hang zum Sadismus haben. Wir haben die Realitäten dieser »Experimente« in EMJ Nr. 2 auf den Seiten 13 und 14 abgebildet. Einem wird schlecht, wenn man nur die Bilder ansieht.

Welchen Nutzen es haben soll, beispielsweise Affen Elektroden ins Hirn zu pflanzen, die zu Tode geängstigten Tiere auf Gestelle zu zwängen, sie »Muster« auf Fernsehschirmen anschauen zu lassen, um dann die Reaktionen der Elektroden abzulesen, wissen vermutlich auch die Singers nicht genau. Denn das Tier, das diesen Versuchen ausgesetzt ist, reagiert völlig anders als es das in der Natur tun würde, wo es keine »Muster« auf Fernsehschirmen anschaut. Das ist so, als ob ich einen Fisch aufs Trockene setze, um herauszufinden, wie er auf verschiedene Köder reagiert. Unsinniger kann man ein »wissenschaftliches« Experiment gar nicht anlegen als diese »Affen-Muster-Erkennung«. Aber diese Singers haben sich soweit vom logischen Denken entfernt, daß sie das nicht mehr merken.

Nach einem kurzen Absatz über sogenannte alternative Tierversuche, der so abwegig ist, daß es sich nicht lohnt, ein Wort darauf zu verschwenden, kommt Singer noch einmal auf die Hirnforschung zurück:

»Kaum eine der Fragestellungen in der Hirnforschung zum Beispiel, die sich mit Problemen der Wiederherstellung von Funktionen nach Schlaganfällen, Querschnittslähmungen, Hirntumoren oder entzündlichen Erkrankungen befassen, können an Gewebekulturen durchgeführt werden. Völlig aussichtslos ist es natürlich auch, die Ursachen der zahlreichen Erkrankungen, die zur Hirnfunktionsstörungen führen, an Gewebekulturen aufklären zu wollen. Hierzu zählen zum Beispiel die Epilepsie, die Multiple Sklerose, alle degenerativen Erkrankungen des Zentralnervensystems einschließlich der Alzheimer'schen Erkrankung, und der Krankheitbilder, die zu fortschreitender Lähmung führen, die zahlreichen Entwicklungsstörungen, die zu schwerwiegender geistiger Behinderung führen, und nicht zuletzt der große Formenkreis der psychischen Erkrankungen, die unter den Sammelbegriffen Depression und Schizophrenie angesprochen werden. Wirksame Behandlungsmethoden für diese Erkrankungen lassen sich nur entwickeln, wenn deren Ursachen aufgeklärt und die Mechanismen verstanden sind, über welche der Schaden entsteht. Voraussetzung für dieses Verständnis ist, daß man lernt, welche Hirnstrukturen für welche Funktionen verantwortlich sind, wie sich Strukturen im Gehirn entwickeln und wie Lernvorgänge im Gehirn ablaufen, die stattfinden müssen, wenn ausgefallene Funktionen durch andere ersetzt werden sollen.«

Da sind wir wieder beim grundsätzlichen Mißverständnis unserer mechanistisch-deterministischen »Wissenschaftler«. Obwohl inzwischen längst bewiesen ist, daß insbesondere psychische Erkrankungen mit geistig-seelischen Energien zu tun haben, daß Multiple Sklerose energetische und Ernährungsursachen hat, obwohl die Biophysik heute für all diese scheinbaren Hirnerkrankungen wesentlich bessere, weil logischere Erklärungen besitzt, wird hier noch auf materieller Ebene der Hirnmasse auf »Funktionsstörungen« untersucht. Ich befasse mich also mit den Verknüpfungen der Chips auf der Festplatte in meinem Comuputer, um herauszufinden, wie die Software funktioniert.

Kein Informatiker, nicht einmal ein Computerhändler würde das tun, aber er ist ja auch kein »Wissenschaftler« und Hirnforscher.

Warum sagt dieser Professor nicht einfach, daß er von der Pharmafirma X und der Gerätefirma Y einen Auftrag hat, die und die Medikamente oder Apparate zu testen, daß er damit eine Menge Geld verdient und nebenbei durch »wissenschaftliche« Veröffentlichungen an seiner Karriereleiter basteln kann. Dan wäre das genauso verwerflich wie sein jetziges Tun, aber man könnte sich diese unerträgliche Scheinheiligkeit ersparen, nur mit Hilfe systematischer Tierfolter sei es möglich, die Menschheit vor heimtückischen Krankheiten zu bewahren.

»Ein besonderes Problem hinsichtlich der Beeinträchtigung des Wohlbefindens der Tiere stellen Untersuchungen dar, bei denen der Schmerz und die Mechanismen der Schmerzempfindung selbst Forschungsgegenstand sind. Es ist Ihnen vielleicht bekannt, daß ein großes, ungelöstes medizinisches Problem das Auftreten unerträglicher Schmerzempfindungen ist, die ohne äußere Einwirkung durch selbsterzeugte Nerventätigkeit entstehen. Ferner gibt es in weiten Bereichen bei chronischen Erkrankungen Schmerzzustände, die immer noch sehr schwer zu behandeln sind. Ein Teil der Untersuchungen kann selbstverständlich an den schmerzgeplagten Menschen selbst durchgeführt werden. Es ist jedoch nach wie vor unerläßlich, die Wirkung von schmerzbekämpfenden Behandlungsmethoden im Tierversuch näher einzugrenzen. Hierbei werden den Tieren zwangsläufig Schmerzen zugefügt. Da es sich jedoch in der Regel um die Bestimmung von Schmerzschwellen handelt, erreichen die Schmerzreize immer nur Werte, die geringfügig über der Schmerzempfindungsschwelle liegen. Die Tiere nehmen diese Schmerzreize wahr, haben jedoch die Möglichkeit, diese durch entsprechende Reaktionen sofort zu beenden. Nichtsdestotrotz handelte es sich hierbei um einen Bereich, wo Schmerzen im Versuch nicht vollständig eliminiert werden können. In diesem Fall ist der Konflikt, der kaum befriedigend zu lösen ist, besonders deutlich. Wir stehen vor der Wahl, den unter ihren Schmerzen leidenden Patienten weiterhin mitteilen zu müssen, man könne eben nichts machen, oder aber weiterhin Schmerzforschung zu betreiben, was Tierversuche notwendig miteinschließt. Da unser gegenwärtiges ethisches Verständnis das Experimentieren mit gesunden und kranken Menschen ausschließt - schreckliche Erfahrungen aus unserer eigenen jüngsten Geschichte bezeugen, daß dies nicht immer so war - bleiben Untersuchungen an Tieren unverzichtbar, wenn wir Patienten, die an solchen Erkrankungen leiden, helfen wollen. Ein vorsätzlicher Verzicht auf diese Untersuchungen an Tieren käme dem vorsätzlichen Verzicht gleich, Behandlungsverfahren für die vielen noch nicht beherrschbaren Erkrankungen entwickeln zu wollen. Auch dies halte ich ethisch für bedenklich. Wir stehen also in einem Konflikt zwischen zwei miteinander unverträglichen ethischen Verpflichtungen, erstens nach Wegen suchen zu sollen, um Krankheiten beherrschbar zu machen und damit menschliches Leid zu lindern, und auf der anderen Seite das Leben von Tieren zu schützen. Für diesen Konflikt gibt es keine befriedigende Lösung, so lange Untersuchungen am Tier die einzige Möglichkeit darstellen, Erkenntnisse über lebende Organismen zu gewinnen. Wie oben angeführt, sind die sogenannten alternativen Methoden für viele der besonders wichtigen Fragestellungen untauglich oder aber sogar mit einem besonders hohen Einsatz von Versuchstieren verbunden. Die oft zitierten Computermodelle sind ebenfalls untauglich. Diese müßten den natürlichen Systemen perfekt nachgebildet werden, um für sinnvolle Untersuchungen eingesetzt zu werden. Um solche Computermodelle erstellen zu können, müßte man dann aber die entsprechenden natürlichen Systeme bereits vollständig verstanden haben. Wäre dies so, dann bräuchte man auch keine Computermodelle mehr, weil man die Antworten schon hätte. Computersimulationen können allenfalls in der Lehre einen Teil der Tierversuche ersetzen, wobei auch hier die genannten Einschränkungen gelten.«

Um herauszufinden, weshalb Menschen plötzlich einen nervlichen »Kurzschluß« bekommen, der wahnsinnige Schmerzen verursacht, ist es sinnvoller, die Umgebung des Menschen zu erforschen, welchen Strahlungen er durch geopathogene Zonen, vor allem aber welchen Belastungen er durch Elektrosmog ausgesetzt ist. Ferner sollte man die Amalgamfüllungen dieses Menschen entfernen und seine Ernährung betrachten. Schließlich wäre noch die psychische Situation des Menschen und seine entsprechende Belastung zu klären. Und dann findet man die Ursachen, die den Schmerz bzw. den nervlichen Kurzschluß verursachen.

Das Ganze ist deshalb »ein großes, ungelöstes medizinisches Problem«, weil die Orthodoxie des Professor Singer die oben genannten Einflüsse ignoriert, als »nicht relevant« betrachtet, sondern der Meinung ist, daß die Natur so doof ist, daß sie Nervensignale sozusagen von sich aus verheddern läßt und es des Scharfsinns der Singers bedarf herauszufinden, warum die Natur so doof ist.

Bei dem Begriff energetische Medizin, unter der auch der Schmerz fällt, klappen diese Herren die Ohren zu und quälen lieber unschuldige Tiere mit Schmerzen, weil sie vom Leben nichts begriffen haben und auch nichts mehr begreifen werden. Sie haben ein mechanistisches Weltbild und da haben Schwingungen keinen Platz. Den Unterschied zwischen Elektrik und Elektronik begreifen sie vielleicht noch an Hand einer Schreibmaschine, beim Tier suchen sie aber munter weiter nach dem »Schmerzzentrum«. Und selbst wenn er es finden würde, könnte er nichts damit anfangen, denn er braucht den Knopf, auf dem steht »Schmerz ein« und »Schmerz aus«. Anders kann er sich Mensch und Natur nicht vorstellen.

Sehr, sehr entlarvend der Satz »unser gegenwärtiges ethisches Verständnis schließt das Experimentieren mit gesunden und kranken Menschen aus«! Was heißt hier »gegenwärtig«, Herrn Professor? Diese gefährliche Einschränkung wird auch nicht durch das rasch nachgeschobene Blabla über die »schrecklichen Erfahrungen« aus der »jüngsten Geschichte« gemildert.

Und noch etwas: Der Konflikt einerseits »Krankheiten beherrschbar« zu machen, andererseits »das Leben von Tieren zu schützen«, besteht doch gar nicht. Er wird doch nur von den Singers konstruiert. Die meisten Krankheiten, vor allem die chronischen, sind doch Therapie-schäden, verursacht von Ärzten, die Menschen wie Automaten behandeln: oben Pillen einwerfen, unten Krankheit rausziehen. 80 000 Menschen sterben in deutschen Kliniken allein an Nebenschäden der Pharmaka. Und der Rest der Krankheiten resultiert aus Umweltverschmutzung, inklusive Vergiftung der Nahrungsmittelkette und falscher Ernährung.

Das muß »beherrschbar« gemacht werden, Herr Professor, und nicht »die Krankheit«. Und dazu brauchen wir keine Tierversuche, um noch mehr Tiere zu quälen. Es reicht, wenn wir sie dank der allgemeinen Profitsucht in der freien Natur aussterben lassen!

Über diese Zusammenhänge sollten Sie wirklich einmal nachdenken, Herr Professor.

Professor Singer steht als Synonym für alle jene Forscher, die wider besseres Wissen behaupten, Tierversuche seien notwendig,

  1. um den Fortschritt erst mal richtig fortschreiten zu lassen,
  2. um der gequälten Menschheit zu helfen,
  3. um überhaupt neue Erkenntnisse zu gewinnen.
In Wirklichkeit geht es um
  1. den Profit der Pharma-Industrie,
  2. um die Karriere der jeweiligen Forscher und
  3. um das Überspringen ethisch-moralischer Hemmschwellen.

EMJ kommentierte deshalb Stück für Stück einen Brief, den Professor Singer am 16. Juli 1993 an Roswitha Taenzler schrieb, in welchem er mit teilweise kaum noch zu ertragender Scheinheiligkeit die Notwendigkeit der stückweisen Abschlachtung von Tieren zu begründen versucht.


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Der Mann, der das größte Unheil über die Tiere brachte: Der Physiologe Claude Bernard (stehend mit Schürze), gab in der Mitte des vorigen Jahrhunderts die Losung aus: »Warum denken, wenn man experimentieren kann«. Seitdem wird in der medizinischen Forschung vorzugsweise an wehrlosen Tieren experimentiert. Das Denken wurde teilweise ganz eingestellt.


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Hier wird auch nicht gedacht, sondern dem Hasen mittels Elektrolyse Strychnin durch die Haut ins Gewebe verbracht. Das Ergebnis: Krämpfe des Hasens. Was für ein ungeheurer medizinischer Fortschritt! Und was für eine umwerfende Erkenntnis! Eine englische Journalistin stoppte um die Jahrhundertwende diesen Unfug (Illustrationen aus »Die Chronik der Medizin«, Harenberg-Verlag, Dortmund).


[Bild] --- Roswitha Taenzler (rechts mit Sonnenbrille) bei einer Demo gegen die Tierversuchsanstalt der Uni-Klinik Frankfurt. In dieser Anstalt werden Tierversuche durchgeführt, die genehmigungspflichtig sind. 33 000 Tiere werden hier bis 1995 mit künstlichen Entzündungen und Geschwulsten, durch Isolierung und mit radioaktiem Futter gequält. Elektroden werden ins Innen-Ohr gepflanzt und dann die Tiere über Monate einem Geräuschpegel ausgesetzt. Am Schädel werden Drahthaken verankert, mit denen Nervenpotentiale verfolgt werden sollen. Die Versuche werden zum größten Teil ohne Narkose durchgeführt. Auf dem Dach der Tierversuchsanstalt entrollten die Demonstranten ein Bettlaken mit der Aufschrift: »Eure Verbrechen werden nicht vergessen«.

© 1993 by EHLERS Verlag, D-82054 Sauerlach
Wiedergabe aus EMJ (Europäisches Medizin Journal), Deutsche Ausgabe, Heft 5/1993, 6/1994, 7/1994
mit freundlicher Erlaubnis von Hans-Joachim Ehlers†


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Siehe auch

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